Email Marketing: 10 hilfreiche Tipps

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Ruben Lehmann
Titelbild: Email Marketing

Veröffentlicht am 28. November 2019

Im heutigen digitalen Zeitalter ist es nicht von großer Schwierigkeit an Informationen zu gelangen oder diese zu verbreiten. Vor allem das Senden von E-Mails hat die Kommunikation untereinander verstärkt. Regelmäßig erhalten Kunden E-Mails, die bestimmte Informationen zu einem neuen Thema beinhalten. Häufig ist dies der Fall, wenn Personen den Newsletter eines Unternehmens abonniert oder nach neuen Informationen gefragt haben. E-Mails gehören zu den effektivsten Werbeformen im Bereich Online Marketing und werden deshalb oft genutzt.

Was ist Email Marketing?

Email Marketing gehört zum Online Marketing und ist ein sehr beliebter und wichtiger Kanal, welcher vor allem mit Direkt Marketing verbunden wird. Die Emails werden verwendet, um zum Kauf anzuregen und um Informationen zu vermitteln. Ziel dabei ist es, neue Kunden zu generieren und gleichzeitig die Kundenbindung zu erhöhen. Email Marketing bietet den Unternehmen die Option, sich direkt mit den Kunden und Interessenten in Verbindung zu setzen, um diese auf neue Dienstleistungen, Angebote oder Produkte aufmerksam zu machen. Die Verluste an potentiellen Kunden sind geringer als beim Social Media Advertising, denn die Zielgruppen können von den Mitarbeitern eines Unternehmens direkt angesprochen werden. Email Marketing ist durch einen hohen ROI (Return on Investment) günstig, vielseitig einsetzbar und individuell.

Was sind die Vorteile?

Wieso sollte ein Unternehmen Email Marketing betreiben? Es gibt viele Möglichkeiten effektiv mit Interessenten und Kunden zu kommunizieren wie zum Beispiel über Social Media. Doch E-Mail Marketing bringt viele Vorteile mit sich, vor allem im Vergleich zu dem Direkt Marketing.

  • Das Verschicken von Emails ist kostengünstig, da Materialkosten und Portokosten wegfallen, die sonst für Papier und Umschläge beim Direkt Marketing anfallen würden.
  • Emails können binnen weniger Sekunden in den Postfächer der Empfänger landen. Daraus lässt sich auch schließen, dass der Zeitaufwand deutlich geringer und die Handhabung leichter ist.
  • Email Marketing Tools erleichtern die anschließende Kontrolle des Erfolges und Fortschritts. Statistiken wie die Anzahl der geöffneten E-Mails und die anschließenden Käufe, können mit Software Programmen erkundet werden.
  • Es können Streuverluste verhindert werden mit dem Opt-In-Verfahren, da nur Personen eine E-Mail erhalten, die auch ausdrücklich dem Empfangen zugestimmt haben.
  • Weiterhin kann Email Marketing auch als Kommunikationsmedium verwendet werden, welches sehr flexibel eingesetzt werden kann. Emails können einfach personalisiert werden, zum Beispiel durch Links, Bilder, Formulare oder farbliche Hervorhebungen.

Welche Arten von E-Mail Marketing gibt es?

Email Marketing kann für die unterschiedlichsten Absichten verwendet werden. Zum Beispiel, um Produkte vorzustellen, Leser auf Events hinzuweisen, eine aktuelle Rabattaktion zu bewerben oder Inhalte zu verbreiten. Per Email ist dies eine leichte und schnelle Möglichkeit, da kein größerer Zeitaufwand nötig ist. So werden Kunden und Interessenten direkt angesprochen. Allgemein wird unter drei verschiedenen Arten von E-Mails unterschieden:

  • Transaktionale Emails: Diese basieren auf einer Aktion, die von einem Nutzer ausgelöst wurde, zum Beispiel Kauf eines Produktes → Versand- und Bestellbestätigung, Passwort zurücksetzen
  • Marketing Email: Hier wird zu einem bestimmten Zeitpunkt Personen (Abonnenten) eine Email zugesendet, die Inhalte einer Marke abonniert haben → Veranstaltungserinnerung, Newsletter, Informationen zu neuen Produkten
  • Automatisierte Email: Beschreibt eine Mischform aus Transaktionaler und Marketing Email → Willkommens-Serie, Geburtstags-Mailings, Gutscheine

Vor dem Hintergrund der automatisierten Emails ist der Einsatz von sogenannten Lifecycle Mailings für das Verbreiten von Werbung an Bestandskunden noch effizienter. Lifecycle Mailing bedeutet, dass die Kundenlebenszyklen beim Erstellen und Versenden von Emails mit berücksichtigt werden. Es werden keine Emails wahllos verbreitet, sondern, abhängig von dem individuellen Verhalten der Empfänger, nur an bestimmte Personen gesendet. Beispiel für ein solches Verhalten wäre der letzte Einkauf oder die letzte Interaktion mit einer Marke.

So lässt sich sicherstellen, dass nur die Kunden eine Email erhalten, die zu ihrem dem Verhalten und ihrem derzeit befindlichen Kontext passt. Die Erfolgsaussichten für einen Kauf sind dadurch erhöht. Dabei eignet sich Email Marketing nicht nur für große Unternehmen, auch für kleine Firmen und sogar für Vereine, die ihre Mitglieder auf dem neuesten Stand halten wollen.

Rechtliche Aspekte

Beim Verschicken von Mailings oder Newslettern müssen allerdings einige Richtlinien beachtet werden, da sonst eine Strafe oder Abmahnung die Folge sein können. In Deutschland ist das Senden von Emails, die Werbung beinhalten, nur mit gewisser Einschränkung genehmigt. Werbliche E-Mails dürfen nur diejenigen Personen erhalten, die zuvor durch das sogenannte Double Op-In Verfahren zugestimmt haben. In diesem Verfahren erhalten Personen, die sich in einen Verteiler eingetragen haben, eine E-Mail mit Bestätigungsfunktion. Die Nutzer müssen ihre Anmeldung über einen Button oder Link in dieser Bestätigungsmail bestätigen. Erst nachdem eine Person sich erfolgreich angemeldet hat, ist das Double Opt In Verfahren abgeschlossen und die Adressen können sicher verwendet werden.

Hin und wieder wird auch vergessen, dass durch den §5 TMG auch für E-Mail Newsletter eine Impressumspflicht besteht und dieses direkt angegeben oder verlinkt sein muss. Auch die Abmelde-Funktion darf hier nicht unerwähnt bleiben.Niemand möchte einen Kontakt durch eine Abmeldung aus dem Verteiler verlieren. Dennoch ist es wichtig und verpflichtend, solch eine Möglichkeit anzubieten. Dies sollte so einfach wie möglich erfolgen, damit der Abonnent nicht lange danach suchen muss.

Wie sollte man mit Email Marketing beginnen?

Mit den bereits erwähnten Arten von Emails lassen sich unterschiedliche Ziele erreichen. Deshalb sollte innerhalb eines Unternehmens zuerst bestimmt werden, was für das Unternehmen wichtig ist, welche Erfolge erzielt werden sollen und welche Ressourcen überhaupt zur Verfügung stehen. Am besten ist es, am Anfang eine Email Marketing Strategie zu entwickeln. Folgende Ziele könnten zum Beispiel sein: Traffic generieren, Expertenstatus aufbauen und Kundenbindung stärken.

Kundenbeziehung stärken

Besteht das Interesse des Unternehmens darin, die Kundenbindung zu stärken, so können personalisierte Emails, die zu einem aktuellen Anlass passen, versendet werden. Beispiele sind:

  • Weihnachten
  • Geburtstage
  • Jubiläen
  • Neujahr
  • Weiter Anlässe (Muttertag, Ostern, usw.)

Auch Emails, die mit Marketing Absichten verschickt werden, können dabei helfen, Interessenten und Kunden auf den neuesten Stand zu bringen und die Beziehung zu verbessern. Exklusive und detaillierte Informationen zu Produkten oder Dienstleistungen, die bald erst neue auf dem Markt erscheinen, sind sehr beliebte Inhalte.

Traffic generieren

Einfach ausgedrückt, geht es hierbei darum mehr Klicks zu bekommen und Kunden auf die Webseite zu leiten. Zum Beispiel durch Verlinkungen in der Email können die Empfänger direkt auf eine bestimmte Webseite geleitet werden. Eine andere Möglichkeit bietet der sogenannte mit Gated Content. Hier können Inhalte erst nach der Eingabe von persönlichen Informationen heruntergeladen werden.

Expertenstatus aufbauen

Um sich fachlich abzugrenzen und seine Expertise hervorzuheben, bietet Email Marketing die Möglichkeit, dass Unternehmen oder auch eine Privatperson für ein bestimmtes Wissensgebiet Email Kampagnen erstellen, die wichtige Informationen für den Leser bieten, die sonst keiner bekommen würde. Ein paar Beispiel solcher Informationen wären:

  • Das Mitteilen von Expertenmeinungen
  • Marktforschungen und Analysen
  • Neue Technologien, Trends und Studienergebnisse
  • Ausblicke und Einschätzungen für die Zukunft

10 Tipps für ein erfolgreiches Email Marketing

Die meisten werden Newsletter kennen, die lediglich aus Werbung bestehen und deshalb in der Regel sofort gelöscht oder abbestellt werden. Daher ist es wichtig einige Punkte beim Email Marketing zu beachten, um nicht im Papierkorb zu landen oder der Nutzer sich aus dem Verteiler austrägt.

1. Email Verteiler

Bevor eine Email Kampagne oder ein Newsletter versendet wird, sollte der richtige Verteiler zusammengestellt werden. Eventuell hast du bereits Email Adressen, die du verwenden kannst oder du versuchst, über ein Formular auf deiner Website, neue Email Adressen zu bekommen. Stichwort: Newsletter-Anmeldung. Auch persönliche Kontakte können mit in den Verteiler aufgenommen werden, sobald sie zugestimmt haben.

2. Unterschiedliche Newsletter für unterschiedliche Personas

Ein Großteil der Unternehmen haben nicht nur eine, sondern gleich mehrere Zielgruppen. Die einzelnen Personas haben verschiedene Interessen. Deshalb ist es wichtig, auf diese einzugehen und den Inhalt der Emails an die jeweilige Zielgruppe anzupassen. Hier kommen die verschiedenen Verteiler ins Spiel, um die Mailings auf die Interessen der Empfänger zu auszurichten. Bietet der Newsletter keinen interessanten Inhalt für den Leser, so kann es sein, dass die darauffolgende Email gar nicht erst geöffnet wird.

3. Einen ausgefallenen Betreff verwenden

Selbst wenn sich eine Person für den Newsletter angemeldet hat, bedeutet das nicht gleich auch, dass die Mail geöffnet und der Inhalt gelesen wird. Der Betreff spielt eine große Rolle und sollte ebenfalls auf die Zielgruppe asugerichtet sein. Dieser muss die Neugier für den Inhalte hervorrufen, sodass ein Interessent die Email unbedingt lesen oder anschauen möchte. Beim Ausprobieren verschiedener Titel, kann herausgefunden werden, welcher der Titel einer Zielgruppe am besten gefallen hat und diese am meisten anspricht. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass der Betreff auch mit dem Inhalt übereinstimmen muss, sonst kann sich der potentielle Leser schnell verschaukelt vorkommen. Der Erfolg von bestimmten Betreffs oder Inhalten lässt sich relativ leicht anhand der Anzahl der geöffneten Emails feststellen.

4. Persönliche Ansprache

Ist der Name eines Email Kontaktes bekannt, so sollte dieser auch persönlich in der an ihn adressierten Email angesprochen werden. Anreden wie “Sehr geehrte Damen und Herren” wirken unpersönlich und deutet darauf hin, dass eine Email an eine größere Masse verschickt wurde.

5. Absender personalisieren

Am besten ist es, wenn als Email Absender die Adresse einer bestimmten Person im Unternehmen angegeben wird, anstatt der allgemeinen Office Adresse eines Unternehmens. Bei möglichen Rückfragen oder Bedarf für mehr Informationen, weiß der Empfänger sofort an wen er sich wenden muss. Dies ist viel persönlicher und durch die reale beziehungsweise greifbare Ansprechperson kann die Beziehung zu den Kunden gestärkt werden.

6. Design einfach und übersichtlich gestalten

Das Design sollte so einfach wie möglich gestaltet sein, damit der Newsletter nicht überfüllt wirkt. Die Gliederung sollte optisch durch Leerräume unterstützt werden, wodurch der Inhalt auch auf Smartphones einfacher zu lesen ist. Das Verwenden von Bildern kann die Aussage im Text unterstützen oder verstärken und die Email ansprechender wirken lassen. Die meisten Leute investieren nicht viel Zeit in das Lesen von Newslettern und überfliegen diesen nur, weshalb von langen Sätzen abzuraten ist und gerne auch Bullet Points verwendet werden sollten.

7. Informativer und ansprechender Inhalt

Wurde der Newsletter geöffnet, so sollte dem Leser auch nützlicher Inhalt zur Verfügung gestellt werden. Dabei ist auf Eigenwerbung und auf lange Texte zu verzichten, denn nur die Probleme und Interessen der Zielgruppe zählen. Es sollte für den Nutzer klar werden, wie ihm mit der Email geholfen werden kann und welche Mehrwerte er bekommt. Ein gutes Verhältnis aus nützlichem Inhalt und Promotion für das Unternehmen ist: 90% Inhalt / 10% Promotion. Das Ziel ist, dass Abonnenten selber entscheiden können, welchen Inhalt sie für nützlich halten und auch lesen möchten. Dabei helfen auch Verlinkungen zu Blogbeiträgen oder einzelnen Landingpages, um weitere Inhalte und Informationen anzubieten.

8. Zum Handeln auffordern

Ein Unternehmen hat die Möglichkeit, in einer Email mittels Call-To-Actions die Empfänger zu einer Handlung aufzufordern. Steht eine Ausstellung oder ein Seminar bevor, oder wurde ein neues interessantes E-Book veröffentlicht, so kann durch einen Call-To-Action dazu aufgefordert werden, teilzunehmen oder das Buch zu bestellen. Die Call-To-Actions lassen sich farblich ansprechend gestalten und sollten eine klare Handungsaufforderung, wie wie “jetzt mehr erfahren” oder „jetzt bestellen“ versehen werden. Auch aktuelle Angebote können mit Call-To-Action verbunden werden, wobei zu viele Angebote unübersichtlich wirken.

9. Für Smartphones verbessern

Viele Menschen lesen ihre E-Mails nur noch über das Smartphone. Daher ist es besonders wichtig auch für diesen Bereich den Newsletter zu verbessern beziehungsweise zu optimieren. Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass die Email auf unterschiedlichen Gerätegrößen korrekt angezeigt wird und gleichzeitig leserlich bleibt. Damit man unbeabsichtigte Klicks auf Call-To-Actions verhindert, dürfen die Links nicht direkt nebeneinander sitzen. Auch die Qualität und die richtige Größe der Fotos sollte passen, ansonsten kann es sehr schnell durch verzerrte Bilder unproffessionell wirken.

10. Der richtige Zeitpunkt

Wichtig ist vor allem auch der richtige Zeitpunkt, an dem Emails verschickt werden. Was der richtige Zeitpunkt ist, um deine Zielgruppe oder deine Zielgruppen zu erreichen, hängt ganz von der einzelnen Zielgruppe und deren Kontexte ab. Stichwort: Customer Journey. Der einfachste Weg den richtigen Zeitpunkt für das eigene Unternehmen herauszufinden ist, mehrmals Tests durchzuführen.

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