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Wie erstelle ich eine Landingpage?

Ruben Lehmann
Titelbild: Landingpage
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Für ein effektives Online Marketing sind Landingpages eines der wichtigsten Werkzeuge. Sie sind vor allem durch ihr klares Ziel und die eindeutige Benutzerführung sehr attraktiv geworden. Dabei spielt es kaum eine Rolle, um welche Art von Angebot es sich handelt, sei es ein Produkt, ein neues E-Book oder sonst irgendein Dienst, der beworben werden soll. Landingpages bieten die Möglichkeit, einen Nutzer gezielt zu einer Conversion zu leiten. Damit du deine Lead-Generierung vorantreiben kannst, zeigen wir dir hier was du beim Erstellen von Landingpages beachten solltest.

Was ist eine Landingpage?

Einfach ausgedrückt, ist eine Landingpage jede Seite, auf die dein Besucher nach dem Anklicken einer Anzeige oder eines Links gelangt. Genauer gesagt, eine Zielseite, die den Nutzer dazu bringt, Maßnahmen zu ergreifen, um einen Kauf zu tätigen, ein Dokument herunterzuladen oder dir seine Informationen zur Nachverfolgung zur Verfügung zu stellen.

Wenn deine Kunden keine Aktion auf deiner Website ausführen, machst du kein Geschäft. So einfach ist das.

Im Gegensatz zum Rest deiner Website, der informativ, lehrreich, unterhaltsam (oder alles zusammen) sein kann, ist das Ziel einer Zielseite einzigartig: Sie ist dazu da, dass Besucher zu Kunden werden. Unabhängig davon, wie viel Geld du in bezahlte Werbung investiert hast, und wie viel Traffic es auf deine Seite bringt, ist es nur dann sinnvoll ausgegeben, wenn dieser Traffic die gewünschte Aktion ausführt.

Die Erstellung einer Landingpage, die zu einer hohen Conversion Rate führt, erfordert Voraussicht, Strategie, Targeting und ein zielorientierte Ausrichtung.

Landingpages sind ein wichtiges Kernelement jeder ausgeklügelten Online Marketing Strategie. Landingpages sind Seiten, die gezielt für eine Werbekampagne, wie zum Beispiel als Zielseiten für Werbeanzeigen in der Suchmaschine oder auf Social Media verwendet werden können. Oft handelt es sich dabei um eine Aktions-Startseite, eine Sonderseite oder einer Webseite, die sich von der Haupt-Website unterscheidet und über ein separates CMS erstellt und gepflegt wird, wie zum Beispiel WordPress.

Im Vergleich zu einem Blogartikel oder einer normalen Inhaltsseite wird in diesem Fall nicht auf bestimmte Keywords geachtet, sondern auf das gezielte Generieren von Leads beziehungsweise die Umsatzsteigerung. Vor allem der Aufruf zur Interaktion, besser bekannt als Call-To-Action (CTA), ist ein wichtiges Merkmal für diese Art von Webseite. Die Besucher der Landingpage sollen zum Handeln angeregt werden wie zum Beispiel dem Anmelden für weitere Informationen für ein neues Produkt oder dem Abonnieren eines Newsletters.

Welche Arten von Landingpages gibt es?

Optin-Pages

Soll ein sogenannter Lead Magnet (auch Freebie genannt bzw. digitales Geschenk) angeboten werden und als Gegenzug die Interessenten aufgefordert werden ihre E-Mail Adresse preiszugeben, so kann ein Unternehmen eine sogenannte Optin-Page benutzen. Der Interessent erhält für das Hinterlassen seiner E-Mail beispielsweise guten Content.

Sales-Page

Selbstverständlich kann auch eine Landingpage dazu verwendet werden, um neue Produkte oder allgemein ein Produkt des Unternehmens zu verkaufen. In diesem Fall spricht man von einer Sales-Page.

Webinar-Page

Auch für Anmeldungen zu einem Webinar oder Seminar kann eine Landingpage benutzt werden.

Ehrlich gesagt, sind die Verwendungsmöglichkeiten von Landingpages unbegrenzt. Weitere Ideen sind zum Beispiel:

  • Landingpage, um Danke zu sagen für eine mögliche Anmeldung oder Kauf
  • Landingpage für einen Podcast des Unternehmens
  • Landingpage für die Vorschau von Produktneuheiten oder einfach nur Verbesserungen der Website

Allgemeine Aspekte und Funktionen einer Landingpage

Einige Aspekte sind für die Generierung von Leads nicht wegzudenken, andere jedoch sind nützlich, um die Kampagnen zu optimieren aber nicht von unbedingter Notwendigkeit.

  • Gutes Design: Die Gestaltung von Landingpages sollte natürlich benutzerfreundlich sein. Deshalb ist es wichtig, ein geeignetes Tool auszuwählen, welches eine dir eine gute Usability bietet und benutzerfreundliche Templates bietet.
  • Mobile Nutzung: Mobile Optimierung sollte für alle gängigen Endgeräte vorgenommen und vor allem bei Formularen beachtet werden, damit der Nutzer auch auf kleinen Endgeräten zum gewünschten Abschluss kommt. Die meisten Tools bieten dies bereits standardmäßig an.
  • Call-To-Actions und Formulare: Da gerade die Erfassung von Leads das Ziel der Landingpage ist, sollten auch Funktionen wie Formulare und Call-To-Actions als Buttons an den richtigen Stellen vorhanden sein.
  • Social Sharing: Durch das Teilen der Landingpage von Usern in Social Media, kann die Reichweite erhöht werden. Die Landingpage sollte also für das Teilen in den sozialen Netzwerken geeignet sein.
  • A/B Testing: Das A/B Testing wird kaum kostenlos angeboten, ist aber eine wichtige Funktion, um zu sehen, welche Variante der Landingpage, egal ob eine andere Farbgebung (Überschriften, Buttons, etc.) oder Strukturierung, besser bei den Kunden oder Interessenten ankommt.
  • Tracking: Mit Hilfe der Einrichtung und Verbindung eines analytischen Tools mit der Landingpage, lassen sich wertvolle Daten und Einblicke sammeln, die wiederum für eine Verbesserung der Seite verwendet werden können.

Worauf du beim Erstellen einer Landingpage achten solltest

Gute Landingpages bauen Vertrauen zu den Kunden auf und erzeugen Emotionen. Es ist effektiver und einfacher, Personen von einem Angebot zu überzeugen, wenn zuerst die Emotionen geweckt werden und anschließend auf das Angebot genauer eingegangen wird. Emotionen helfen auch das Vertrauen zu Kunden aufzubauen. Ohne Vertrauen wird der Besucher nichts kaufen.

Besucher suchen und denken nicht gerne. Wenn Deine Botschaft und Dein Angebot nicht in 5 Sekunden ersichtlich sind, sind sie nicht klar genug.

Soll eine komplett neue Landingpage erstellt werden, so ist es sinnvoll einem Schema zu folgen. Hast du das Prinzip einer Landingpage erst einmal verstanden, ist die Erstellung nicht mehr so schwer. Damit du weißt, was du dabei alles beachten solltest und welche Elemente wichtig sind, haben wir dir im Folgenden alle wichtigen Aspekte zusammengefasst.

Quick Facts

Bevor du mit der Erstellung einer Landingpage beginnst, möchte ich dir in Form von Quick Facts die wichtigsten vorbereitenden Überlegungen, die du dir machen solltest, mit auf den Weg geben.

Perfekt abgestimmt – Kampagne und Landingpage

Um mit deiner Landingpage den gewünschten Erfolg zu erzielen, müssen die Erwartungen des Nutzers möglichst perfekt erfüllt werden.

  • Wo kommt der Nutzer her?
  • Was wurde bereits kommuniziert?
  • Wo will ich den Nutzer hinführen? (Finales Ziel)

Der Blick durch die Kundenbrille

Versuche die Entscheidungsprozesse deiner wichtigsten Kundengruppen so gut wie möglich zu verstehen.

  • Was sucht der Nutzer auf meiner Seite?
  • Welche Informationen sind für ihn wichtig?
  • Was erwartet er, wenn er meine Produkte anwendet, meine Dienstleistungen in Anspruch nimmt?

Einfache Struktur, ohne Ablenkung

Innerhalb weniger Sekunden fällt die Entscheidung für oder gegen dein Angebot. Deshalb müssen Landingpages eindeutig und klar kommunizieren.

  • Konzentration auf das Wesentliche
  • Starkes Leistungsversprechen
  • Klare Call-to-Actions
  • Entscheidungssicherheit schaffen

Aufbau & Struktur

1. Headline, Subline und ein starkes visuelles Element

Die Landingpage muss bereits mit der Überschrift die Interessenten überzeugen, da diese das Erste ist, was die Besucher auf der Seite sehen und lesen. Deshalb sollte die Headline eindeutig beschreiben, welchen Nutzen die Landingpage für den Besucher hat. Weiterhin lässt sich die Überschrift durch das Einbinden einer Unterüberschrift verlängern, wodurch die Headline unterstützt und die Message erweitert wird. Die Alleinstellungsmerkmale sollen die Emotionen der Besucher ansprechen und durch Call To Actions auf der Bühne (oberster Bereich einer Landingpage) zum Handeln auffordern. Ein starkes visuelles Element in der Bühne, um die Message der Überschrift zu unterstützen, ist ebenfalls sehr wichtig.

2. Vorteile präsentieren

Nachdem die Aufmerksamkeit der Besucher geweckt wurde, gilt es nun die Informationen preiszugeben und Eigenschaften sowie Vorteile der Darbietung genauer zu beschreiben. Bei einer Landingpage geht es nicht darum, möglichst viel Content zu platzieren. Vorteilsversprechen machen aus deinen Leistungen Vorteile für den Kunden, als Liste in der Bühne oder als separater Abschnitt mit Bild und Erläuterungen. Sich in Kunden hineinzuversetzen kann beim Formulieren der Texte hilfreich sein. Am besten ist es keinen ganzen Text zu schreiben, sondern die Vorteile und die Probleme, die durch das Angebot gelöst werden, in Stichpunkten zusammen zu fassen.

3. Problem und Lösung

Da die Besucher neugierig sind besteht die Chance zu beweisen, wie gut ein Unternehmen die Kunden kennt und versteht. Es wird das Problem des Besuchers tiefgründiger aufgegriffen. Natürlich folgt auf einem Problem auch eine Lösung. Zuerst wird dem Kunden aufgezeigt, wie es wäre, wenn der Besucher von seinem Problem befreit wäre, weil er das Produkt gekauft hat. Allerdings sollte dem Kunden nichts versprochen werden, was das Produkt nicht einhalten kann.

4. Kurze Details zum Angebot/Produkt

In diesem Schritt werden die Ergebnisse des Angebotes angesprochen. Ein 2-4 Sätze Abschnitt enthält spezifische Angebotsdetails und klärt, für wen das Angebot ist und was es bewirkt beziehungsweise besonders macht. Dem Besucher der Landingpage wird verdeutlicht, was er am Ende in der Hand hat, wenn er das Produkt kauft. Das Ergebnis für den Kunden ist am wichtigsten und sollte natürlich im Vordergrund stehen. Die Darstellung der Ziele ist am besten stichpunktartig. Zu viele oder unverständliche Inhalte können auch auf den Kunden abschreckend wirken. Ein kurzes Video zum Angebot kann ebenfalls die Botschaft der Headline unterstreichen und dem Nutzer einen emotionalen Kick mit hohem Überzeugungs
charakter verpassen.

5. Vertrauensgewinnung

Besucher einer Landingpage achten nicht nur darauf, ob das Angebot für sie nützlich ist, sondern auch, ob dieser Landingpage beziehungsweise dem Anbieter vertraut werden kann. Um das Vertrauen aufzubauen können Trust Elements, sogenannte Vertrauensindikatoren, verwendet werden. Dazu gehören Bewertungen, Rezensionen, Artikel aus der Presse, Zertifizierungen oder Empfehlungen externer Anbieter. Mit Social Proofs kann gezeigt werden, dass bereits andere Personen Kunden sind und einem vertrauen. Ein Beispiel ist die Anzahl der Follower. Grundsätzlich unterstützen Vertrauensindikatoren dein Leistungsversprechen und geben Entscheidungssicherheit

6. Das Angebot/Produkt

Erst an dieser Stelle wird das eigentliche Produkt erwähnt. Hier kann nun der Preis genannt werden und auf ein Bestellformular hingewiesen werden. Dieser Schritt sollte so kurz wie möglich gehalten werden, da es nur um den Kauf geht und alle Informationen schon dem Besucher mitgeteilt wurden. Der potenzielle Kunde muss nur noch auf den entsprechenden Button (Call-To-Action) für den Kauf klicken. Neben dem Kauf-Button können auch Symbole für die Bezahlmethode positioniert werden. Dies sieht nicht nur gut aus, sondern sorgt auch für Vertrauen beim Kauf.

7. Call-To-Actions

Das Ziel einer Landingpage ist es, die Besucher zu einer Handlung zu motivieren. Die Call-To-Action, die sogenannte Handlungsaufforderung, ist daher das wichtigste Element der Landingpage. Es sollte gut überlegt sein, wie die Umsetzung und das Design gestaltet ist und wo der Button platziert wird. Ebenfalls ist auch der Button-Text nicht zu vernachlässigen. Mit dem Call-To-Action wird den Besuchern gezeigt, welchen Schritt sie als nächsten tun müssten und ist daher einfach zu halten und es sollten nicht zu viele Handlungsaufforderungen auf der Landingpage erstellt werden. Wie schon erwähnt ist die Beschriftung, zum Beispiel bestimmte Wörter, die den Besucher ansprechen, wichtig und erhöhen die Conversions.

Dazu gehören Begriffe wie DU, WEIL oder JETZT. Die richtige Wortwahl bringt nur die Hälfte des Erfolges, da Standardtexte wie “Hier klicken” nicht mehr so effektiv sind. Besser funktioniert es mit Belohnungen, die der Besucher erhält, sobald er die Handlung ausgeführt hat. Beinhaltet die Landingpage einen Gutschein, so könnte die Beschriftung “Jetzt Gutschein sichern” lauten. Call-To-Actions sollten Aufmerksamkeit erregen nicht zufällig platziert werden (Empfehlung: 1. Auf der Bühne, 2. mittig der Landingpage zusätzlich sinnvoll, 3. und am Ende, wenn du auch eine weitere Seite verlinkst). Dabei ist ein klarer Ausdruck zur Aufforderung ganz wichtig.

8. Weitere mögliche Elemente

Nach dem Kaufbereich können noch weitere Elemente eingebracht werden. Zum Beispiel die Zusammenfassung oder ein FAQ-Bereich. Am Ende muss auf jeden Fall das Impressum, auch der Link für die Datenschutzerklärung und die allgemeinen Geschäftsbedingungen (falls vorhanden) im Footer verlinkt werden.

Sonstiges

Bis hierhin bist du jetzt mit dem Wissen ausgestattet, wie du deine eigene Landingpage für dein Unternehmen, deine Marke oder deinen Service erstellen kannst. Konzentriere dich dabei immer auf das wesentliche Ziel, das du mit der Landingpage erreichen möchtest.

Stichwort „Relevanz“ – Konzentriere dich auf das Wesentliche: Hin zum Kauf, zur Buchung, zum Formular oder was sonst dein Ziel ist.

Jedes einzelne Element der Landingpage sollte so gestaltet sein, dass deine Nutzer die von dir gewünschte Handlung vollziehen.

Das heißt:

  • Keine Ablenkung
  • Minimale Menüs (oder keine)
  • Keine Links zu anderen Seiten
  • Keine überflüssigen Informationen
  • Keine unnötigen Spielereien oder Verschachtelungen
  • Stattdessen: Hin zum Kauf, zur Buchung, zum Formular oder was auch sonst dein Ziel ist.

Tools für die Erstellung einer Landingpage

Wer Erfahrung hat und geübt darin ist eine Landingpage zu erstellen, der kann das Design selber gestalten und für die Umsetzung beispielsweise, wie wir, auf das CMS WordPress setzen, welches man kostenlos nutzen kann. Wie bereits gesagt, bedarf es hier aber einer gewissen Übung und Erfahrung. Für ungeübte Personen geht es schneller und einfacher mit entsprechend gut ausgestatteten Tools, welche bereits Templates für verschiedene Anwendungsfälle bieten und super einfach einzurichten und anzupassen sind. Hier ein kleiner Überblick über geeignete Anbieter:

  • Leadpages
  • HubSpot Landingpages
  • Unbounce
  • Instapage
  • Thrive Architect

Kurz gesagt

Landingpages dienen in erster Linie der Erhöhung der Conversion Rate. Mit einem durchdachten und nutzerfreundlichen Konzept lassen sich Landingpages schnell und einfach mit der Hilfe von Tools erstellen. Eine Landingpage kann entweder von Grund auf neu aufgebaut oder mit einer vorhandenen Vorlage erstellt werden. Durch einen nutzerzentrierten Aufbau wird der Kunde nicht nur gezielter angesprochen, sondern es wird auch sein Problem wahrgenommen und durch das Angebot versucht dieses Problem zu lösen. Nach dem Erstellen einer Landingpage ist der Prozess jedoch nicht abgeschlossen. Zur Verbesserung können immer wieder Test durchgeführt werden, damit die Landingpage eine bestmögliche Conversion Rate erzielen kann.

Veröffentlicht am 12. Dezember 2019