Wissen 6 Min. Lesezeit  |  14. November 2019

Suchmaschinen-Optimierung: Worauf muss ich achten?

Ruben Lehmann
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Sobald wir in diesem Betrag von einer Suchmaschine sprechen, beziehen wir uns auf Google. Das liegt daran, dass Google einen Marktanteil von rund 93% hat. Neben Google gibt es aber noch weitere Suchmaschinenanbieter wie Bing und Yahoo.

Was sind die Ziele von Suchmaschinen-Optimierung?

Grundsätzlich lassen sich die Suchergebnisse zwischen organischen und anorganischen Ergebnissen unterscheiden. Dabei bilden die bezahlten Suchanzeigen (Stichwort: Suchmaschinen-Marketing (Search Engine Advertising – SEA) die anorganischen Ergebnisse. Jeder Betreiber einer Website hat die Möglichkeit gegen Gebühren eine Anzeige in der Suchmaschine zu schalten, um damit zu gewissen Suchbegriffen (Keywords) direkt ganz oben angezeigt zu werden. Unter den anorganischen Suchergebnissen kommen dann die organischen, also die eigentlichen Suchergebnisse.

Möchte man bei den Suchergebnissen ein höheres Ranking für entsprechende Suchbegriffe erzielen, bedarf es der Suchmaschinen-Optimierung.

Hierfür bedarf es effektiver SEO-Analysen und fortlaufender Optimierungen an der eigenen Website bzw. einzelner Webseiten. Steht eine Seite bei einer Suchanfrage weiter oben, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass potentielle Kunden auf diese Webseite gelangen. Neben Google, welches den weltweit größten Marktanteil hat, gibt es auch weitere Suchmaschinen wie Yahoo oder auch Bing.

Offpage- und Onpage-SEO

Suchmaschinen-Optimierung ist in zwei große Teilbereiche aufzuteilen – die Onpage- und Offpage-Optimierung. Bei der Onpage-SEO geht es in erster Linie um die Qualität der Website und deren Gestaltung und ist unabhängig von Dritten. Hier sind vor allem Technik, Linkstruktur, Content, Struktur der Seite und Meta-Angaben von großer Wichtigkeit. Maßnahmen, die außerhalb der eigenen Seite stattfinden, gehören zu der Offpage-SEO. Diese beinhaltet alle Aktivitäten, die für Google als Signal dienen, dass der Inhalt der Seite für Besucher anderer Webseiten relevant sein kann. Dabei sind speziell die Verlinkungen außenstehender Webseiten auf die eigene Präsenz wichtig.

Nur wenn beide Bereiche berücksichtigt werden, ist eine allumfassende und erfolgreiche SEO möglich.

Wichtige Bereiche und Daten von SEO

Die Suchmaschinen-Optimierung lässt sich in unterschiedliche Bereiche einteilen:

  • Keywords: Wichtig ist hierbei, die richtigen Schlüsselbegriffe zu ermitteln, die auf der Webseite vorkommen sollten.
  • Technische SEO: Diese beinhaltet alle Maßnahmen, die helfen, dass der Google-Algorithmus alle Inhalte verstehen und lesen kann.
  • Onpage: Hier sind Bestandteile, die direkt auf der Webseite eingebaut sind wichtig, zum Beispiel interne Verlinkungen und multimediale Inhalte.
  • Offpage: Bei Offpage handelt es sich um externe Links. Die Anzahl und die Qualität von außenstehenden verlinkten Seiten können einen Einfluss auf das Ranking haben.
  • Voice Search: Durch die neuen Option der Suchanfrage per Sprache wie Siri und Alexa von Amazon, stellt dies neue Anforderungen an die Website Anbieter. Es werden inhaltliche und technische Optimierungen für die Sprachsuche verwendet.

Neben den unterteilten Bereichen sind auch die KPIs wichtig für die Suchmaschinen-Optimierung. Key Performance Indicator (KPI) sind Leistungskennzahlen, über die der Erfolg von SEO gemessen werden kann.

Mehrere Beispiele für solche Kennzahlen sind:

  • Keyword Ranking
  • Absprungraten
  • Ladegeschwindigkeit
  • Klickrate (CTR)
  • Verweildauer auf einer Seite
  • Suchmaschinen-Traffic

9 Regeln für eine effektive Suchmaschinen-Optimierung

1. Webseite sichern (SSL-Zertifizierung)

Webseiten sind mittlerweile mindestens mit der Standardverschlüsselung, der SSL-Verschlüsselung (SSL-Zertifikat), gesichert. Dies ist auch ein Thema, welches unbedingt für SEO zu beachten ist. Nutzer sehen die Sicherheit als etwas Selbstverständliches an. Nutzt ein Webseitenbetreiber solch ein Zertifikat, so fühlen sich die Kunden sofort auf dieser Seite wohler bzw. klicken so erst auf diese.

Sobald eine Person auf eine ungesicherte Seite gelangt, wird diese sofort mit einer Warnung mit folgendem Text: “Die Verbindung zu dieser Website ist nicht sicher” darauf hingewiesen. Für Google ist das ein negativer Ranking-Faktor und bestraft deshalb eine Website ohne Sicherheit dadurch, dass die Seite durch die mangelnde Sicherheit im Ranking nach unten rutscht.

2. Geschwindigkeit der Website

Sobald Menschen etwas länger warten müssen, werden sie ungeduldig. Jeder Besucher erwartet das schnelle Laden einer Webseite. Das sieht Google genauso und zieht es deshalb als Ranking-Kriterium heran. Warum seine Zeit oder Ressourcen für langsame Seiten verschwenden?

Mit Hilfe des PageSpeed Insights Tools von Google kann sich ein erster Überblick über die Geschwindigkeit einzelner Seiten verschafft werden. Nach der Analyse einer Seite gibt es klare Handlungsanweisungen, wie die Geschwindigkeit verbessert werden kann.

3. Darstellung für Mobile optimieren

Wichtig für SEO ist auch das Thema „Mobile Website-Anpassung“. Hierbei sollte klar werden, dass Google mit dem Schritt “Mobile first” nicht mehr wischen Mobile Index und Desktop Index unterscheiden will (Wie eine Suchmaschine funktioniert, können Sie hier nachlesen). Deshalb bietet es sich an, beim Erstellen einer neuen Webseite, direkt Optimierungen im Bereich Mobile vorzunehmen.

Mit dem Tool Mobile Friendly lässt sich die Webseite auf die mobile Optimierung hin testen. Grundlagen, die für die mobile Nutzung wichtig sind, wären zum Beispiel: die schnelle Ladezeit, leichte Bedienbarkeit mit jeglichen großen oder kleinen Fingern und auch erkennbare Schriftgrößen.

4. Inhalte schnell erreichbar

Nutzer wollen bestimmte Inhalte zügig finden, also sollte es ihnen auch so leicht wie möglich gemacht werden, diese zu erreichen. Deshalb möchten Suchmaschinen eine saubere Informationsgliederung und einen einfachen Aufbau der Webseite. Sind beide Voraussetzungen erfüllt, so wirkt sich das positiv auf das Ranking aus. Aus der praktischen Sichtweise bedeutet das, den Content für Suchmaschinen freizugeben und jeden Inhalt innerhalb drei bis vier Klicks erreichbar zu machen.

Sollten Informationen nur über mehr als 4 Klicks zu erreichen sein, sollte die interne Verlinkung optimiert werden. Ein gutes Beispiel bietet ein Wikipedia Artikel, welcher innerhalb der Webseite weiter Verlinkungen zu anabhängenden Themen hat. Mit der richtigen Struktur und internen Verlinkungen erhöht sich die Chance auf ein erfolgreiche Suchmaschinen-Optimierung und somit auf mehr und glücklichere Besucher.

5. Sprechende URLs und Title Tags verwenden und optimieren

Sprechende URLs bestehen aus Keywords anstatt langen ID-Nummern. Der Vorteil ist, dass Personen innerhalb der Ergebnisse bereits in Erfahrung bringen können, was sie auf der Webseite erwartet. Das heißt, eine sprechende URL beschreibt ziemlich genau den Inhalt der Seite. Die Folgen daraus sind höhere Klickraten.

Bei der Suchmaschinen-Optimierung für URLs sollten ein paar Regeln beachtet werden:

  • Keywords benutzen
  • URLs so kurz und einfach wie möglich halten
  • Nur Kleinschreibung verwenden
  • Minuszeichen als Verbindung bzw. Trennung nutzen
  • Keine Sonderzeichen benutzen

Neben den URLs gehören auch Title Tags zu wichtigen Rankingfaktoren bei der Suchmaschinen-Optimierung. Der Title Tag der Website ist entweder im Quelltext, in den Suchergebnissen von Google oder im Browser zu sehen. Dieser lässt sich optimieren, indem nicht mehr als 70 Zeichen verwendet werden und so formuliert ist, dass er Suchende zum Anklicken motiviert und das Keyword sich möglichst am Anfang befindet.

6. Meta Descriptions

Meta Descriptions sind neben den Title Tags dazu da, dass Nutzer in den Suchergebnisse einen ersten Eindruck über den Inhalt der Seite bekommen. Meta Descriptions tauchen also nur in den Suchergebnissen auf und sind ansonsten im Quelltext hinterlegt und somit auf einer Webseite nicht sichtbar. Jedoch haben Meta Descriptions keinen direkten Einfluss auf das Ranking der Suchmaschine. Allerdings hat sich gezeigt, dass eine Optimierung der Meta Descriptions die Klickrate verbessert, und somit mehr Besucher auf die Website führt.

Für Meta Beschreibungen sind folgende Aspekte wichtig:

  • Das Keyword relativ am Anfang einfügen, am besten innerhalb der ersten 80 Zeichen und noch einmal in der Mitte
  • Die Beschreibung sollte informativ sein und eine Handlungsaufforderung beinhalten
  • Es sollten mindestens 80, aber maximal 150 Zeichen verwendet werden

7. Überschriften verbessern

Ist ein Suchender nun über ein Suchergebnis auf eine Webseite gelangt, so sieht er dort als erstes die Überschrift, welche auch als erster Orientierungspunkt gesehen wird. Speziell für die Überschriften gibt es eine Hierarchie von h1 bis h6, die es einzuhalten gilt. Die h1 beinhaltet natürlich die wichtigste Überschrift, die h6 dementsprechend die am wenigsten wichtige.

Ebenso ist zu beachten, dass nur so viele h-Ebenen verwendet werden, die auch nötig sind. Oftmals reicht schon Ebene h3 als letzte Ebene aus. Die Überschriften sollten gleichermaßen dem Title Tag und der Meta Description angepasst werden und kurz und einprägsam sein.

8. Informativer und qualitativer Content

Google ist immer noch in erster Linie eine Suchmaschine, die textbasiert arbeitet. Es geht darum, dass verfasste Texte Personen auf der Webseite halten sollen. Deshalb sollte jeder Text einzigartig im Internet sein und dem Besucher Mehrwerte bieten. Die Texte müssen sinnvoll strukturiert sein und die User direkt angesprochen werden. Darüber hinaus sollten diese für alle Personen geeignet sein, also auch für Menschen, die sich nur ein bisschen oder gar nicht mit dem Thema auskennen.

Vor allem sollten in dem Text auch die dazu passenden Keywords vorkommen. Eine entsprechende Keyword-Dichte kann durch gewisse Tools vorgeschlagen werden, allerdings sollte man dabei immer darauf achten, dass die Texte leserlich sind. In diesem Fall gilt wirklich Leserlichkeit vor maximaler Keyword-Dichte. (Mehr zum Thema Content Marketing beziehungsweise Content Entwicklung finden Sie hier.)

9. Backlinks

Wurden nun alle vorhergehenden Regeln beachtet und eingehalten, so dürfte es kein Problem darstellen den Inhalt von anderen Seiten verlinken zu lassen. Google sieht solche Verlinkungen von anderen Seite auf Ihre eigene, auch als Backlink bezeichnet, als Empfehlung an. Webseiten, welche mehr Empfehlungen haben als die anderen, werden als wichtiger eingestuft und haben dadurch in der Regel ein besseres Ranking. Qualität vor Quantität ist bei Backlinks die wichtigste Regel.

Der Link einer vertrauenswürdigen und oft besuchten Seite, ist mehr wert als 50 Links unseriöser Webseiten. Wichtig zu wissen: Das Verkaufen von Links wird durch Google Webmaster Guidelines verboten, da dies als Manipulationsversuch gilt und kann bestraft werden.

Tools, die für SEO hilfreich sind

Bei der Suchmaschinen-Optimierung können folgende Systeme helfen:

SEO bedarf Zeit

Hauptsächlich geht es bei Suchmaschinen-Optimierung darum, sich so weit wie möglich in den organischen Suchergebnissen nach oben zu hangeln. Jedoch ist Suchmaschinen-Optimierung nicht gerade ein Vorhaben, dass ohne Aufwand einfach so erledigt werden kann. Es ist zu empfehlen sich Zeit dafür zu nehmen, um weiter oben im Ranking sichtbar zu werden. Durch gezielte Suchmaschinen-Optimierung wird nicht nur das Ranking automatisch verbessert, sondern auch der gesamte Bereich, der für Kunden relevant ist, wie zum Beispiel die Ladegeschwindigkeit einer Webseite. Mit einem optimierten Inhalt und den weiteren Aspekten, welche in den einzelnen Regeln erwähnt wurden, lassen sich mehr potentielle Kunden generieren, da sie dieser Website vertrauen und wissen, dass diese qualitativ hochwertig ist.